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Der Brennerpass

Der niedrigste Übergang der Zentralalpen, der gleichzeitig in einem einzigen Übergang auch die Alpenüberquerung ermöglicht, ist der Brennerpass. Dieser auf nur 1.375 m Meereshöhe gelegene Übergang, der zu Handels- oder Kriegszwecken strategisch war, ist seit der Antike von Menschen auf der Suche nach neuen Lebensräumen ständig begangen worden. Bereits 15 v. Chr. wurde die erste römische Straße, die Via Claudia Augusta, gebaut, die den Brennerpass überquerte, und etwa 200 Jahre später wurde der antike Weg zu einer Militärstraße ausgebaut. Nach dieser Zeit erlebte der Brennerpass verschiedene Blütezeiten, welche 1867 in der Einweihung der Eisenbahnlinie über den Brenner gipfelten, die in der Geschichte dieses Überganges von großer Bedeutung gewesen ist und immer noch ist.

Entstanden als interne Verbindung innerhalb des Habsburgerreiches hat sie in etwas mehr als einem halben Jahrhundert aufgrund der geschichtlichen Ereignisse, die 1918 in der Verlegung der österreichisch-italienischen Grenze an den Brenner gipfelten, die Rolle einer internationalen Verbindungslinie eingenommen. Die Genfer Konvention von 1950 zu den großen internationalen Verkehrsverbindungen bezeichnete mit E6 die von Levanger in Skandinavien bis nach Reggio Calabria im Mittelmeerraum führende Straßenverbindung. Damit wurde die strategische Position des Brennerpasses offiziell anerkannt. Die Bedeutung des Überganges wurde im Dezember 1994 beim EU-Gipfel in Essen bestätigt. Bei diesem Gipfel wurde das Projekt der Hochgeschwindigkeits-Eisenbahnstrecke und der "rollenden Landstraße" längs der Brennerachse - angesichts des zu realisierenden multimodalen Korridors Berlin-München-Verona - als vorrangig bezeichnet.

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